Übst Du bzw. dein Kind gern Tonleitern? Oder eher nicht? In beiden Fällen sollst Du weiterlesen. Hier kommen nämlich die besten Tonleitersammlungen mit jeweils einer kurzen Beschreibung aus der riesigen, fast unüberschaubaren Notenauswahl. Bei den meisten reicht es die erste Lage zu kennen! Du kannst mit ihnen gezielt an deiner Tonleiterkunst tüfteln und immer wieder neue Motivation finden. Falls Du ein paar Begriffe noch nicht kennst, findest Du am Ende des Artikels ihre Erklärung. 

1. Dowani International (Verlag): Tonleitern für Violine Band 1 

Empfehlenswert für: 

  • AnfängerInnen jedes Alters, die Geigenunterricht nehmen und dort – oder durch Verwandte, Freunde – begleitet werden können.

Eigenschaften: 

  • Die Ausgabe stärkt die Freude am Tonleiterüben und am gemeinsamen Musizieren gleichzeitig.
  • Diese sehr leichten Tonleitern sind immer die Begleitstimme einer schönen Melodie, die von jemandem anderen gespielt werden soll.
  • Die Melodien, die mit den Tonleitern begleitet werden, stammen von namhaften Komponisten wie Cherubini, Mazas, Bériot, Dancla usw. 

Inhalt:

  • 26 sehr leichte Tonleitern in Tonarten mit wenigen Vorzeichen.
  • Grifftabellen und die visuelle Markierung der Halbtonschritte erleichtern die Arbeit.
  • Mit leichten schriftlichen Aufgaben, Aufklebern, netten Zeichnungen.
  • 2 Playalong CDs. Du kannst die Stücke in 3 verschiedenen Geschwindigkeiten spielen. 
  • Übevarianten für ein abwechslungsreiches Tonleiterüben.

Was mir besonders gefällt: 

  • Mit den simplesten Tonleitern wird gleich musiziert. Das wirkt immer total motivierend.
  • Sauberkeit wird kreativ geübt. In zusätzlichen Übungen spielt man mal klingend, mal stumm (nur gegriffen, ohne die Töne zu streichen). Das fördert die Ausbildung des inneren Gehörs, was ich für eine ausgezeichnete Methode halte (und selber im Unterricht auch verwende).
  • Die Töne D, A und E werden zuerst mit dem 4. Finger, direkt danach mit der entsprechenden leeren Saite gespielt. Das gibt automatisch eine super Kontrolle über die Intonation.
  • In einer kurzen Vorbereitungsübung stehen die Notennamen und der Fingersatz unter der jeweiligen Note. Das schafft ein anfängliches System im Spiel, denn Notennamen, Griffe und Klänge werden miteinander verbunden „abgespeichert“. 

Sprache: Deutsch, Englisch, Französisch

Zusatzinfo: Man kann mit „Tonleitern für Violine Band 2“ des gleichen Verlags weitermachen.

Link: Dowani: Tonleitern für Violine Band 1

2. Dowani International (Verlag): Tonleitern für Violine Band 2 

Empfehlenswert für:

  • AnfängerInnen jedes Alters, die die Möglichkeit haben, mit jemandem regelmäßig mitzuspielen und den Band 1 schon durchgemacht haben.

Eigenschaften: 

  • Die Ausgabe stärkt die Freude am Tonleiterüben und am gemeinsamen Musizieren.
  • Diese leichten Tonleitern sind immer die Begleitstimme einer schönen Melodie, die von jemandem anderen gespielt werden soll.
  • Die Melodien, die mit den Tonleitern begleitet werden, sind aus Kompositionen von  Cherubini, Mazas, Bériot, Dancla usw. 

Inhalt:

  • 26 leichte Tonleitern. Im Gegensatz zum Heft 1 kommen hier Tonarten mit mehreren Vorzeichen vor.
  • Mit kurzen schriftlichen Aufgaben, Aufklebern, netten Zeichnungen.
  • 2 Playalong CDs. Du kannst die Stücke in 3 verschiedenen Geschwindigkeiten spielen. 

Was mir besonders gefällt

  • Du machst von Anfang an Musik und hast trotz wenig Spielerfahrung Freude am Zusammenspiel.
  • Die kreative Art Sauberkeit zu üben. In zusätzlichen Übungen spielt man mal klingend, mal stumm (nur gegriffen, ohne die Töne zu streichen). Das fördert die Ausbildung des inneren Gehörs, was ich für eine ausgezeichnete Methode halte.
  • In einer kurzen Vorbereitungsübung stehen die Notennamen und der Fingersatz unter der jeweiligen Note. Das schafft ein anfängliches System im Spiel, denn Notennamen, Griffe und Klänge werden miteinander verbunden „abgespeichert“.

Sprache: Deutsch, Englisch, Französisch

Zusatzinfo: Als Vorbereitung eignet sich die Ausgabe „Tonleitern für Violine Band 1“ des Verlags wunderbar. 

Link: Tonleitern für Violine Band 2

3. Barbara Stanzeleit: Tonleiterspiele – für kleine und größere Geiger. Ein Spiel mit Würfeln zum täglichen Tonleiter-Üben

Empfehlenswert für:

  • Kindern und Erwachsenen, die gerne locker und spielerisch üben.

Eigenschaften:

  • Tonleiterüben wird hier wortwörtlich zum SPIEL mit Würfeln gemacht.
  • Punkte werden gesammelt.
  • Gegen Ende des Hefts kommen auch schon deutlich schwierigere Tonleitern in höheren Lagen vor.

Inhalt: 

  • Tonleiter- und Dreiklangsübungen
  • Spielanleitung, Regeln

Was mir besonders gefällt: 

  • Der spielerische Zugang genau zu dem Teil des Geigeübens, der sich bei den meisten schnell monoton und trocken anfühlt – wenn man nicht weiss, wie es lebendig gehalten werden kann. 
  • Ein echter Motivationskick für Tonleitermuffel. Nach 4 Wochen wird der Fortschritt mit den gesammelten Punkten ausgewertet. 

Sprache: Deutsch

Zusatzinfo: Es ergänzt die Violinschule der Autorin „Der kleine Geiger“ Bände 2,3,4.

Link: Barbara Stanzeleit: Tonleiterspiele

4. Josef Bartosch: Tonleiter- und Akkkordstudien für Violine Band 1

Empfehlenswert für:

  • AnfängerInnen, die schon alle vier linke Finger aufsetzen können.

Eigenschaften:

  • Kurze, überschaubare Übungen (etwas mehr als eine halbe A4-Seite pro Tonart). 

Inhalt:

  • Tonleitern und Dreiklänge ohne technische oder musiktheoretische Erklärungen.
  • Unterschiedliche Rhythmen, Bindungen und Stricharten um Monotonität zu vermeiden.

Was mir besonders gefällt:

  • Diese Übungen eignen sich bestens zum Einspielen und für jene Kinder, die sich noch nicht lange konzentrieren können.
  • Die praktischen Tipps. Bogenstellen und Finger, die liegen lassen werden sollen, werden extra markiert.

Sprache: Deutsch

Zusatzinformation: Weiter geht´s mit den  „Tonleiter- und Akkkordstudien für Violine Band 2“. 

Link: Josef Bartosch: Tonleiter- und Akkordstudien für Violine Band 1

5. Barbara Barber: Scales for young violinists

Empfehlenswert für:

  • GeigerInnen, die schon alle vier Finger aufsetzen können.
  • GeigerInnen, die etwas mehr Spielerfahrung haben, zumindest mit den ersten 4-5 Lagen vertraut sind oder diese bald erlernen möchten.

Eigenschaften:

  • Ausführlich. Die „einfachen“ Tonarten werden auf 4 A4-Seiten geübt. „Schwierigere“ Tonarten mit mehreren Vorzeichen auf 2 A4-Seiten.
  • Bei den meisten Tonleitern stehen zwei Fingersätze. Man kann sich aussuchen, welchen man nimmt, dann sollte man aber konsequent dabei bleiben statt hin- und her zu wechseln.
  • Für viele Tonleitern reicht es, nur die erste Lagelage zu kennen. Bei anderen kommen höhere Lagen vor, die höchste ist die fünfte Lage.

Inhalt:

  • Übungen zu jeder gängigen technischen Schwierigkeit.
  • Spielerische Vorübungen zu weiteren Herausforderungen wie Doppelgriffen und Flageolett-Tönen.
  • Rhythmus- und Strichvarianten, damit Du jede Tonleiter anders üben kannst.

Was mir besonders gefällt: 

  • Die Vorübungen (durch drei A4 Seiten) sind ausgezeichnet! Du übst hier ganz einfach den Wechsel zwischen jeweils zwei Tönen. Das Geniale daran: zuerst in der gleichen Lage, dann in zwei Lagen gespielt.
  • Zwischen dem Start- und Zielton findest Du eine kleingedruckte Note (Stütznote) und eine Fingerangabe (Stützfinger). Es zeigt dir, welcher Finger Dich von der alten in die neue Lage führt.
  • Diese Strukturierung und visulle Abbildung des Stütztons hilft sehr viel und baut ein verlässlisches, praktisches Verständnis des Lagenwechsels aus.

Sprache: Englisch. (Beachte hier bitte die unterschiedliche Benennung von einzelnen Tönen auf Deutsch und auf Englisch. Siehe dazu http://www.stufentheorie.de/deutsche-englische-notation.html oder andere Quellen.)

Zusatzinfo: Das Heft wird mit „Scales for advanced violinists“ weitergeführt. Beide Ausgaben sind auch für Bratsche erhältlich! 

Link: Barbara Barber: Scales for young violinists

6. David und Kathy Blackwell:  

Fiddle Time Scales 1

Pieces, puzzles, scales and arpeggios

Empfehlenswert für:

  • Die jüngsten GeigerInnen, die sich noch nicht lange konzentrieren können und mit Bildern leichter lernen. 

Eigenschaften:

  • Bildlich, spielerisch.
  • Kurze Übungen.

Inhalt:

  • Sehr leichte Tonleiter- und Dreiklangsübungen.
  • Grifftabellen, die als optische Hilfe für die Orientierung der linken Hand dienen.
  • Zeichnungen und Rätseln.

Was mir besonders gefällt: 

  • Die lustigen Analogien. (Fingersätze werden z.B. wie Telefonnummer gelernt.)
  • Die Rätsel.

Sprache: Englisch

Zusatzinfo: Es ergänzt die Ausgaben des Autorenpaars „Fiddle Time Joggers“ und „Fiddle Time Runners“.

LinkDavid und Kathy Blackwell: Fiddle Time Scales 1

7. David und Kathy Blackwell: 

Fiddle Time Scales 2 

Musicianship and technique through scales

Empfehlenswert für: 

  • Kinder, die idealerweise das erste Heft „Fiddle Time Scales 1“  schon durchgemacht haben. 

Eigenschaften:

  • Bildlich, spielerisch.
  • Kurze Übungen.

Inhalt:

  • Tonleiter- und Dreiklangsübungen
  • leichte Stücke
  • Frage-Antwort-Spiele

Was mir besonders gefällt: 

  • Die stilistische Vielfalt. Neben den herkömmlichen Tonleitern werden junge GeigerInnen auch mit der Pentatonik und Blues-Tonleiter vertraut gemacht. 

Sprache: Englisch

Zusatzinfo: Es ergänzt die Ausgabe des Autorenpaars „Fiddle Time Sprinters“.

Link: David und Kathy Blackwell: Fiddle Time Scales 2

8. Géza Szilvay: Tonleitern für Kinder 1

Empfehlenswert für: 

  • Kinder, die gerne singen.
  • Erwachsene, die singen und bildhaftes Material mögen. 

Eigenschaften: 

  • Singen und Solmisationssilben werden verwendet.
  • Die Tonleitern sind ganz einfach in Vierteln notiert. Dadurch können einen die Herausforderungen der rechten Hand nicht ablenken. Umso besser werden die Tonhöhen geübt.
  • Bildliche, kreative Schreibweise. 
  • Halbtonschritte werden visuell markiert.
  • Gross gedruckt, mit Zeichnungen aufgelockert.

Inhalt

  • Dur- und Molltonleiter, die auf die Töne A,H,C,D,E,F,G aufbauen. 
  • Sing- und Schreibübungen. 

Was mir daran besonders gefällt 

  • Durch das Singen und die Solmisation wird das innere Gehör bestens geschult. Der riesige Vorteil: die engen und weiten Griffe ergeben sich automatisch. Du fragst dich nicht dauernd: wie soll ich den Ton auf der Geige greifen? Weil Du vom Ohr geführt wirst.
  • Der Unterschied zwischen Dur und Moll wird gründlich eingeprägt.
  • Der ganzheitliche Zugang. Jede Tonleiter wird mit Singen, Spielen und Schreiben geübt.

Sprache: Deutsch, Englisch, Finnisch

ZusatzinfoDie erfolgreiche Violinschule „Colour Strings“ des Autors verwendet ähnliche Methoden.

Link: Géza Szilvay: Tonleitern für Kinder 1

9.Géza Szilvay: Tonleitern für Kinder 2

Empfehlenswert für: 

  • Kinder, die gerne singenund das Heft 1 schon durchgemacht haben.
  • Erwachsene, die singen, bildhaftes Material mögen und das Heft 1 schon durchgemacht haben. 

Eigenschaften

  • Singen und Solmisation werden verwendet. 
  • Die Tonleiter sind ganz einfach in Vierteln notiert. Dadurch können einen die Herausforderungen der rechten Hand nicht ablenken. Umso besser werden die Tonhöhen geübt.
  • Das Notenschreiben wird intensiv geübt.
  • Gross gedruckt, mit Zeichnungen aufgelockert.

Inhalt:

  • Tonleitern mit alterierten Grundtönen. Das heisst: bei jeder Tonleiter steht vor dem Grundton entweder ein Kreuz oder ein Be. (Es gibt hier kein D-Dur, nur Dis- und Des-Dur.) Man übt also die „schwierigeren“ Tonarten mit relativ vielen Vorzeichen.
  • Sing- und Schreibübungen.

Was mir besonders gefällt: 

  • Der ganzheitliche Zugang. Jede Tonleiter wird mit Singen, Spielen und Schreiben geübt. 
  • Durch das Singen wird das innere Gehör super ausgebildet. Der riesige Vorteil: die engen und weiten Griffe ergeben sich automatisch. Du fragst dich nicht dauernd: wie soll ich den Ton auf der Geige greifen?Weil Du vom Ohr geführt wirst.
  • Mit diesem Heft lernt man Tonarten mit vielen Vorzeichen bereits in den ersten Monaten des Geigenspiels. 

SpracheDeutsch, Englisch, Finnisch

Zusatzinfo: Man kann sich auf dieses Heft mit dem ersten Band vorbereiten: „Tonleitern für Kinder 1“.

Link: Géza Szilvay: Tonleitern für Kinder 2

Glossar für GeigenanfängerInnen

Grundton: Auf diesem Ton wird eine Tonleiter aufgebaut. Z.B. A ist der Grundton von A-Dur und a-moll, H ist der Grundton von H-Dur und h-moll usw.

Halbton- und Ganztonschritt: Um es ganz einfach zu halten, stell Dir einen Halbton als den kleinsten Abstand zwischen zwei Tönen in der klassischen Musik vor. Ein Ganzton setzt sich aus zwei Halbtönen zusammen.

Es sind konkrete Information für Dich. Bei einem Halbton setzen wir zwei benachbarte Finger der linken Hand auf der gleichen Saite eng, direkt hintereinander auf. Beim Ganzton setzen wir zwei benachbarte Finger der linken Hand auf der gleichen Saite mit etwas Abstand dazwischen auf.

Dur- und Molltonleiter: Sie sind die einfachsten Tonleitern und bedeuten eine bestimmte Abfolge von Halb- oder Ganztonschritten. 

  • Die Bezeichnung „D-Dur-Tonleiter“ bedeutet  folgende Struktur auf dem Grundton D aufgebaut:

Ganzton- Ganzton-Halbton-Ganzton-Ganzton-Ganzton-Halbton

  • Der Begriff „natürliches d-moll“ hat diese Struktur auf dem Grundton D aufgebaut: 

Ganzton- Halbton- Ganzton-Ganzton- Halbton- Ganzton- Ganzton. 

Dreiklang: Um es wieder ganz zu vereinfachen, sind sie unvollständige Tonleiter. Der Grundton und vom dem Grundton gerechnet der dritte und der fünfte Ton der Tonleiter. In C- Dur sind das die Töne C, E und G, und bilden zusammen den C-Dur Dreiklang. Man kann sie zusammen anspielen (Akkord) oder zeitlich nacheinander (Dreiklangszerlegung). Neben den Tonleitern sind Dreiklänge die wichtigsten „Bausteine“ der klassischen Musik. 

Kreuz und Be: Sind wichtige Zeichen in den Noten. 

Ein Kreuz erhöht den Ton, vor dem es steht (links davon) um einen Halbton. Die Information: den Spielfinger auf dem Griffbrett einen Halbton höher schieben oder aufsetzen. (Etwas näher zur eigenen Nase.)

Das Gegenteil ist ein Be. Es macht den Ton, vor dem es steht, um einen Halbton tiefer. Wir müssen den Spielfinger in diesem Fall einen Halbton tiefer, also etwas näher zur Schnecke ziehen oder dort aufsetzen.

Lage: Die Position der linken Hand am Hals bzw. auf dem Griffbrett. In der ersten Lage ist die Hand am nähesten zur Schnecke. Je weiter hinauf wir auf dem Griffbrett „klettern“, umso näher gelangt die Hand zum eigenen Gesicht und umso höhere Töne können wir spielen.

Fingersatz: Töne greifst Du auf der Violine mit dem linken Zeigefinger (1.), Mittelfinger (2.), Ringfinger (3.) und kleinen Finger (4. Finger). Üblicherweise trägt man die Ziffer, die den jeweiligen Finger bezeichnet, über dem gedruckten Ton in die Noten ein. Beim Spielen lesen wir ganz einfach vom Fingersatz ab, welchen Finger wir für welchen Ton verwenden.

Solmisation: Die Tonhöhen werden normalerweise mit Notennamen C,D,E,F,G,A,H bezeichnet. Wenn man solmisiert, verwendet man ein anderes System für die Benennung der Tonhöhen. Es geht mit den Silben „Do, Re, Mi, Fa, Sol, La, Si“.

Und? Mit welchen Notenausgaben übst Du Tonleitern? Schreib es mir gerne als Kommentar.

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